Wichtiges Kulturgut bleibt unvergessen

img

Eine neu aufgestellte Informationstafel vor dem ehemaligen Rosenberger Schloss erinnert an die Historie des Gebäudes. Damit bleibt ein wichtiges Kulturgut in der Gemeinde unvergessen.

Vor dem ehemaligen Rosenberger Schloss Neu aufgestellte Informationstafel erinnert an die Historie des Gebäudes / Engagement von Dr. Neumaier gewürdigt

Rosenberg. Die Initiative hierfür kam von Historiker Dr. Helmut Neumaier (Osterburken) und wurde sowohl von Bürgermeister Gerhard Baar als auch vom Heimat- und Kulturverein Rosenberg unterstützt. Mit diesem neuen Projekt wurde wieder ein kleiner Teil aus der Historie des Dorfes aufgearbeitet. Zur Vorstellung der neuen Informationstafel, die zwischenzeitlich großes Interesse bei den Bürger findet, fanden sich Bürgermeister Gerhard Baar, Historiker Dr. Helmut Neumaier, der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Martin Scheffel, sowie als Mitarbeiter der Gemeinde Timo Schuster, der für das Layout zuständig war, zusammen.

"Für ein Dorf ist es wichtig und von großer Bedeutung, dass man die Erinnerungskultur pflegt", so Baar, der hinzufügte: "Dass es ein Schloss in Rosenberg gegeben hat, wissen viele Einheimische." Doch in welcher Form und Größe? Das sei nicht bekannt. Darüber informiere nun die neue Tafel.

Nach einem Brand im Jahre 1922 sei das ehemalige Schloss aus dem Dorfbild verschwunden. Das hatte zur Folge, dass aus dem ehemaligen Gebäude ein Doppelhaus entstanden ist. Nachweislich seien dort noch denkmalgeschützte Kellerräume vorhanden. Baar bedauerte sehr, dass das ehemalige Schloss heute nicht mehr vorhanden ist und dankte dem Verein für die Übernahme der Kosten, die für die Erstellung der Informationstafel entstanden sind. Sein Dank galt auch Dr. Neumaier für dessen Initiative.

Der Historiker zeigte sich dankbar darüber, dass seine Idee Unterstützer fand. Er informierte, dass sich hinter der aufgestellten Tafel nachweislich eine Burg erhob. Als deren Besitzer ist im Jahr 1251 n. Chr. die Adelsfamilie Mönch von Rosenberg genannt, was gleichzeitig die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde darstellt. Der Ort, so Dr. Neumaier, müsse damals einen anderen Namen gehabt.

Der Adelsfamilie folgten seit dem letzten Viertel des 13. Jahrhunderts die Herren von Rosenberg, die für mehr als 350 Jahre Burg- und Schlossherren waren und mit dem Mönch von Rosenberg nichts zu tun hatten. 1632 erlosch diese Familie mangels Nachkommen. An ihrer Stelle traten die Grafen von Hatzfeld und 1730 die Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Rochefort (Rosenberg). In dieser Zeit diente das Schloss als Verwaltungssitz.

In den nachfolgenden Zeiten verfiel das Schloss und die Ruine wurde zum "Steinbruch", an dem sich die Einwohner für den eigenen Hausbau bedienten. 1926 verschwanden in Folge eines Brandes die letzten oberirdischen Architekturteile des Anwesens. Vom einstigen Aussehen wisse man laut Dr. Neumaier nur durch einen vom Löwensteinischen Baumeister Tilman Ruland im Jahre 1755 aufgenommenen Grundriss.

Die Tafel zeigt nach den Informationen auch die Abbildung der Schlossfassade aus dem 17./18. Jahrhundert und einen Situationsplan des Schlossbezirks, auf dem zu sehen ist, dass zu diesem großen Areal auch ein Schlossgraben und ein Burgturm gehörten - und das Schloss als Winkelbau ausgeführt wurde.

Wie der Bürgermeister ergänzend sagte, sind Informationen vorhanden, dass beim Aushub des ehemaligen Lehrerwohnhauses (dort, wo heute das neue Rathaus steht) Überreste des Gebäudes im dortigen Burggraben gefunden wurden. Auch in einem Nachbargebäude des ehemaligen Schlosses seien noch gewölbte Kellerräume vorhanden. F

aus den Fränkische Nachrichten, Dienstag, 16.05.2017