Obstbaumpaten gefunden

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PATEN FÜR OBST-NACHWUCHS GEFUNDEN:

Künftige Rosenberger Baum-Pfleger erhielten ihre Urkunden / Die Ernte gehört ihnen

Ökologische Bedeutung nicht zu unterschätzen

ROSENBERG. Die Initiative der Gemeinde Rosenberg zur Sicherung der Erhaltungspflege des Obstbaummuseums des Landes "An der Hälde" verlief erfolgreich: Für fast jeden Baum auf der großen Obstwiese am Ortsausgang Richtung Dörrhof konnte ein Baumpate gefunden werden, der die Pflege der ihm zugeteilten Baumreihen zukünftig übernimmt.

An einem kalten Samstagmorgen begrüßte Bürgermeister Gerhard Baar die neuen Baumpaten an der Obstanlage. Zur Historie meinte Baar, dass vor rund fünfzehn Jahren im Zuge der Sanierung der sehr maroden und mit Schlaglöchern übersäten Gemeindeverbindungsstraße - im Volksmund auch "Russische Straße" genannt -, zwischen Rosenberg und Sindolsheim ein ökologischer Ausgleich geschaffen werden musste.

Idee verwirklicht

Unter der Federführung des staatlichen Liegenschaftsamtes, angesiedelt in Heidelberg und dessen Leiters Dr. Hans Widmann wurde die Idee, an der "Hälde" eine Streuobstwiese anzusiedeln, verwirklicht.

Der damalige Landrat Dr. Gerhard Pfreundschuh übergab dieses Projekt im August 1997 der Bestimmung. In den letzten Jahren wuchsen auf dem rund zwei Hektar großen Gelände eine Vielzahl von Obstsorten unter anderem Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen und Pflaumen. Der Heimat- und Kulturverein Rosenberg hat sich, so der Bürgermeister, auf die Vereinsfahne geschrieben, die Streuobstwiesen rund um den Ort zu erhalten und auch neue anzulegen. Bereits früher waren diese Wiesen für die Bevölkerung von großer Bedeutung. Das Obst diente als besonderes schmackhaftes Lebensmittel. Auch Most wurde gepresst.

Frisches, heimisches Obst

Heute sei man froh, frisches heimisches Obst von diesen erhaltenen Bäumen ernten zu können, denn auch das Einkaufsverhalten der Bürger hat sich geändert.

Die Philosophie der angelegten Obstanlage war, wertvolles Kulturgut und die ökologische Bedeutung der Bäume zu erhalten, was heute nicht mehr zu unterschätzen sei. Jeder gewachsene Baum biete auch Lebensraum für viele Insekten.

Dank sprach der Bürgermeister Timo Fluhrer, dem ausgebildeten Obstbaumfachwart in der Gemeinde aus, der den Aufruf begleitete, mit dem die Paten gesucht wurden.

Und dieser Aufruf trug Früchte, denn viele neue Obstbaumpaten erklärten sich sofort bereit, einen Beitrag zum Erhalt der Anlage zu leisten, die sich im Besitz des Landes Baden-Württemberg befindet.

Wenn man die Bäume gut pflege, so Baar, könne man auch eine gute Ernte erwarten. Auch in diesem Jahr sei ein Obsterntesegen über das Bauland hereingebrochen: Es gab eine so reiche Ernte wie schon lange nicht mehr.

Einzelne Baumreihen verteilt

Timo Fluhrer verteilte dann die einzelnen Baumreihen an die neuen Baumpaten, die nicht nur pflegen werden, sondern auch die Ernte erhalten. Bürgermeister Baar verlieh eine eigens geschaffene Urkunde, welche die Patenschaft dokumentiert, und wünschte viel Freude und Sorgfalt bei der übernommenen Aufgabe.

Im Frühjahr, so Fluhrer, werde unter der Federführung des Heimat- und Kulturvereins ein weiterer Baumschnittkurs durchgeführt. Neben ihm gebe auch Obstbaumfachwart Helmut Pölcz fachliche Informationen. Jederzeit könne man sich an beide wenden.

Bei der Pflege des Geländes sagte der Bürgermeister den Baumpaten auch die Unterstützung der Gemeinde zu. F

aus den Fränkische Nachrichten, Dienstag, 18.12.2012